Modellgüte

Modelle stellen immer ein vereinfachtes Abbild der Realität dar. Daher sind diese auch mit Abweichungen (Modellfehlern) verbunden. Um einen Eindruck über die Modellabweichungen zu bekommen, werden nachfolgend Abweichungen zum Basisjahr 2012 dargestellt, die im Rahmen der Modellprüfung festgestellt worden sind.

Großhandelspreise in 2012

VAL_STROMPREIS

Einen guten Eindruck über die Modellgüte vermittelt ein Vergleich der Modellpreise von ELTRAMOD-INVEST und der tatsächlichen Großhandelspreise in 2012 an der Strombörse EPEX-Spot.

Aus der Grafik links wird ersichtlich, dass das Modell den täglichen Preisverlauf grundsätzlich gut abbildet, jedoch insbesondere Preisspitzen unterschätzt werden. Im Jahresdurchschnitt liegen die Modellergebnisse allerdings weniger als einen Euro unter dem durchschnittlichen Marktergebnis von 42,58 €/MWh in 2012.

Der durchschnittliche, stündliche, absolute Fehler (auf Basis der Preisdauerlinie) liegt bei 5,34 €/MWh. Die Korrelation der stündlichen Modellpreise liegt bei 74%.

Beim Vergleich zwischen der Nettostromerzeugung und den tatsächlichen Werten in 2012 fällt auf, dass es zu einer Überschätzung der Braunkohle-Stromproduktion kommt.

Ein Teil der Überschätzung lässt sich auf eine Verschiebung der Stromproduktion aus anderen konventionellen Brennstoffen zurückführen (siehe Sonstige), welche nicht im Modell berücksichtigt werden.

Weiter gibt es eine geringe Unterschätzung der Stromproduktion aus Erdgaskraftwerken. Dies kann auf die nicht vollständig im Detail abgebildete Fahrweise von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung zurückgeführt werden.

Konventionelle Stromerzeugung

VAL_KONV

Erneuerbare Stromerzeugung

VAL_EE

Die Jahresstromproduktion aus Erneuerbaren Energien wird im Modellansatz von ELRAMOD-INVEST ebenfalls sehr gut abgebildet. Dies geht aus der linken Abbildung hervor.

Nicht im Modellansatz betrachtet werden allerdings Erneuerbare Energie Anlagen auf Basis von Geothermie und Abfall (Sonstige), da diese nur einen kleinen Anteil an der gesamten Stromerzeugung von Erneuerbare Energie Anlagen haben.

In der Grafik auf der rechten Seite ist der Nettoimportsaldo von Deutschland für jedes seiner Nachbarländer in 2012 dargestellt. Die Modellergebnisse von ELTRAMOD-INVEST werden dazu jeweils mit den Daten der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSOE verglichen.

In der Summe wird der Elektrizitätsaußenhandel mit den Nachbarländern gut abgebildet. Die Differenz zwischen dem berechneten Außenhandelssaldo und den Echtdaten der ENTSO beträgt insgesamt in 2012 nur rd. 1 TWh.

Abweichungen fallen insbesondere bei Österreich und der Schweiz auf. Eine mögliche Erklärung ist die vereinfachte Abbildung der Wasserkraftwerke, die in beiden Ländern einen großen Anteil an der Stromerzeugung haben.

Stromhandel

VAL_HANDEL

Emissionen

Eine Überprüfung der Emissionen ist nur für die Kohlenstoffdioxidemissionen möglich, da andere Emissionsarten nicht gesondert für den Elektrizitätssektor ausgewiesen werden.

Für das Jahr 2012 werden in ELTRAMOD-INVEST Kohlenstoffidioxidemissionen in Höhe von 297 Mio. Tonnen für den Stromsektor berechnet. Das sind rund. 15 Mio. Tonnen bzw. 5 % weniger als in einer Schätzung der Emissionen vom Umweltbundesamt.

EEG-Modell

eeg-modell

Bei der Gegenüberstellung der im Modell ermittelten EEG-Umlage mit der Mittelfristprognose und dem Trendszenario der Übertragungsnetzbetreiber fällt auf, dass die Werte in den Jahren 2016 bis 2019 nahezu übereinstimmen.

Im Jahr 2014 wird jedoch eine größere Diskrepanz offensichtlich. Diese kann allerdings nahezu vollständig auf eine Überschätzung der im Jahr 2013 festgelegten EEG-Umlage für 2014 zurückgeführt werden. Dies zeigte sich am Ende von 2014 durch einen Überschuss von 2,9 Mrd. € auf dem EEG-Jahreskonto.